Bilddateiformate: Wichtige Eigenschaften und wie man das beste Format für die eigenen Bedürfnisse auswählt.

Jedes digitale Bild wird in einem Dateiformat gespeichert, und diese Wahl bestimmt drei Dinge: wie groß die Datei ist, wie originalgetreu sie das Bild wiedergibt und welche zusätzlichen Funktionen sie unterstützt, etwa Transparenz oder Animation. Die richtige Wahl ist wichtiger, als es scheint: Das passende Format hält eine Website schnell, ein Logo gestochen scharf und einen Druckauftrag farbtreu. Dieser Leitfaden behandelt die sieben Formate, denen Sie am häufigsten begegnen werden: JPEG, PNG, WebP, AVIF, GIF, SVG und TIFF. Zu jedem finden Sie Stärken, Schwächen und ideale Einsatzgebiete.
Bevor wir die Formate vergleichen, lohnt sich eine wichtige Unterscheidung. Die meisten Bildformate sind Rasterformate: Sie speichern ein festes Pixelraster, sodass das Bild unscharf wird, wenn man es über seine ursprüngliche Größe hinaus vergrößert. Vektorformate wie SVG beschreiben Formen dagegen mathematisch und lassen sich daher ohne Schärfeverlust beliebig skalieren. Alle folgenden Formate außer SVG sind Rasterformate.
JPEG
JPEG (Joint Photographic Experts Group), eingeführt im Jahr 1992, ist nach wie vor das am weitesten verbreitete Format für Fotografien. Es speichert bis zu 16,7 Millionen Farben (24 Bit) und verwendet verlustbehaftete Kompression: Es verwirft dauerhaft Bilddetails, die das menschliche Auge am wenigsten wahrnimmt. Deshalb kann ein JPEG-Foto nur einen Bruchteil der Größe seines unkomprimierten Originals haben. Die meisten Programme lassen Sie diesen Kompromiss über eine Qualitätseinstellung steuern, typischerweise auf einer Skala von 0 bis 100, und das Format wird von praktisch jedem Browser, jeder Anwendung und jedem Gerät unterstützt.
Die Schwächen von JPEG ergeben sich direkt aus der Art der Kompression. An scharfen Kanten wie Text, Strichzeichnungen und Logos entstehen sichtbare Artefakte, und starke Kompression führt zu Posterisation, bei der weiche Farbverläufe in sichtbare Streifen zerfallen. Bei jedem erneuten Bearbeiten und Speichern wird ein JPEG erneut komprimiert, und die Qualität nimmt weiter ab, ein Effekt, der als Generationsverlust bekannt ist. Außerdem unterstützt JPEG weder Transparenz noch Animationen. Verwenden Sie es für Fotografien und andere komplexe, farbenreiche Bilder, bei denen eine kleine Dateigröße wichtig ist und keine Transparenz benötigt wird.
PNG
PNG (Portable Network Graphics) ist ein offenes, patentfreies Format, das auf verlustfreier Kompression basiert: Das gespeicherte Bild ist Pixel für Pixel identisch mit dem Original, egal wie oft es bearbeitet und erneut gespeichert wird. Es unterstützt Farbtiefen von platzsparenden 256-Farben-Paletten bis hin zu 48 Bit sowie als sein Markenzeichen einen vollständigen Alphakanal, bei dem jedes Pixel von völlig deckend bis völlig transparent abgestuft sein kann. Das macht PNG zur Standardwahl für Logos, Icons, Screenshots und alle Grafiken mit Text oder scharfen Kanten. Sein Nachteil ist die Größe: Bei Fotografien ist eine PNG-Datei typischerweise um ein Mehrfaches größer als ein visuell vergleichbares JPEG und daher eine schlechte Wahl für Fotogalerien und andere große Webbilder.
WebP
WebP wurde 2010 von Google veröffentlicht und sollte JPEG und PNG im Web ablösen. Es unterstützt verlustbehaftete und verlustfreie Kompression, volle Alphatransparenz in beiden Modi sowie Animationen. Im verlustbehafteten Modus sind WebP-Dateien typischerweise 25–35 % kleiner als JPEG-Dateien vergleichbarer visueller Qualität; im verlustfreien Modus sind sie in der Regel etwa ein Viertel kleiner als entsprechende PNG-Dateien. Seit 2020 unterstützen alle großen Browser WebP, sodass die früheren Kompatibilitätsbedenken im Web nicht mehr gelten, auch wenn einige ältere Desktop-Anwendungen es noch nicht öffnen können. Für Bilder, die auf einer Website veröffentlicht werden, ist WebP heute eine der sichersten modernen Standardoptionen.
AVIF
AVIF ist das neueste Format in dieser Liste; es basiert auf dem Videocodec AV1 und wurde 2019 fertiggestellt. Es komprimiert noch effizienter als WebP: Eine AVIF-Datei kann etwa halb so groß sein wie ein JPEG vergleichbarer visueller Qualität. Zusätzlich unterstützt es Transparenz, Animationen, 10-Bit-Farben und HDR. Alle großen Browser unterstützen es inzwischen. Die größten Nachteile sind die langsamere Kodierung und die noch lückenhafte Unterstützung in Desktop-Software; daher eignet es sich derzeit am besten als Auslieferungsformat für das Web und weniger als Arbeitsformat für die Bildbearbeitung.
GIF
GIF (Graphics Interchange Format) stammt aus dem Jahr 1987 und überlebt heute fast ausschließlich dank einer Funktion: einfacher, universell unterstützter Animation. Jedes Einzelbild ist auf eine Palette von 256 Farben beschränkt, was GIF für Fotografien ungeeignet macht, denn die Reduzierung eines Fotos auf 256 Farben verschlechtert es sichtbar, auch wenn die Kompression selbst technisch verlustfrei ist. Auch die Transparenz ist ein Alles-oder-nichts-Prinzip: Ein Pixel ist entweder völlig deckend oder völlig unsichtbar, ohne Zwischenstufen, was auf abweichenden Hintergründen oft ausgefranste Kanten erzeugt. Für neue Projekte liefern animierte WebP- oder AVIF-Dateien bessere Qualität bei einem Bruchteil der Dateigröße, doch GIF bleibt der universellste Weg, eine kurze Animation zu teilen.
SVG
SVG (Scalable Vector Graphics) ist das einzige Vektorformat in dieser Liste. Eine SVG-Datei ist ein Textdokument, das Formen, Pfade und Text beschreibt; sie bleibt daher in jeder Größe und auf jedem Bildschirm gestochen scharf. Dieselbe Datei kann als winziges Favicon und als großes Banner dienen. Dateien für einfache Grafiken sind sehr klein, und da SVG reiner Text ist, können Entwickler es mit CSS gestalten und animieren. Es ist das Format der Wahl für Logos, Icons, Diagramme und Schaubilder. Fotografien kann es jedoch nicht darstellen; dafür ist ein Rasterformat die einzige Option.
TIFF
TIFF (Tagged Image File Format) ist das Arbeitspferd von Druck-, Scan- und Archivierungs-Workflows. Es ist ein flexibler Container, der verlustfreie Kompression (oder gar keine Kompression), Farbtiefen von bis zu 16 Bit pro Kanal, CMYK-Farben für den professionellen Druck und mehrere Seiten in einer einzigen Datei unterstützt. Deshalb verwenden Fotografen, Verlage und Archive es für Masterkopien. Der Preis dafür ist die Größe: TIFF-Dateien sind für das Web viel zu groß, und Webbrowser zeigen sie in der Regel nicht an. Nutzen Sie TIFF für Bearbeitungsmaster und Archive und exportieren Sie zum Teilen in ein webfreundliches Format.
Wie Sie das richtige Format wählen
- Fotografien im Web: WebP oder AVIF; JPEG, wenn maximale Kompatibilität wichtig ist.
- Logos und Icons: SVG, wenn die Vektorvorlage vorhanden ist; andernfalls PNG.
- Screenshots und Grafiken mit Text: PNG oder verlustfreies WebP.
- Animationen: animiertes WebP oder AVIF für beste Qualität und Größe; GIF für universelle Kompatibilität.
- Druck, Scans und Archivmaster: TIFF, zum Teilen exportiert als JPEG oder WebP.
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